Erziehungsfragen - Blog

Mit Kindern durch die Sommerhitze

Von julia am 31/07/2018 - 08:37
Wasser

Artikel über das richtige Verhalten bei großer Hitze gibt es zu genüge: Aufenthalt im Freien mit Vorsicht genießen, genügend trinken, usw. Es gibt auch genug Spieltipps: Wasserspiele, im Wald spielen….

Hier geht es mir um einen anderen Punkt, den Eltern immer wieder ansprechen: Darf ich im Sommer den Rhythmus des Kindes verändern?

In vielen Ländern ist gerade in der größten Hitzezeit die Zeit der Sommerferien….Familien mit Schulkindern finden es verlockend Kinder nun länger aufbleiben zu lassen, da es abends oft endlich ein wenig abkühlt...aber schaffen die Kinder dann wieder die Umstellung, wenn der Schulanfang naht?

Der Rhythmus des Sommers

Wenn man sich die Natur ansieht, so hat an sich jede Jahreszeit ihren Rhythmus. Durch Arbeit und Schule, die in jeder Jahreszeit gleich strukturiert ist, kann man aber nicht mehr in dem Rhythmus leben. Viele Eltern beklagen aber, dass ihre Kinder vor allem im Sommer sehr schlecht einschlafen würden, obwohl doch der Tagesablauf gleich bleiben würde….es ist zu warm und zu hell. Anders beklagen Eltern im Winter oft eine Antriebslosigkeit des Kindes ab der Mitte des Nachmittags – Kinder scheinen die Rhythmen der Jahreszeiten noch mehr zu spüren.

In den Ferien den Rhythmus ändern?

Wenn Kinder die Chance haben in der Ferienzeit nicht früh aufstehen zu müssen, so bietet es sich durchaus an für die Wochen der Ferienzeit den Rhythmus zu ändern. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • eine komplette Umstellung: man verschiebt den Rhythmus komplett, jeden Tag spät ins Bett und länger schlafen
  • tageweise umstellen: an den größten Hitzetagen, wenn man tagsüber fast nichts draußen machen kann (oder sollte), Kinder länger aufbleiben lassen

Die gewonnene Zeit nutzen

Oftmals schaffen Kinder es aber nicht, dass sie einfach nur länger aufbleiben. Spätestens nach 3 oder 4 solchen Tagen merkt man, dass die Kinder tagsüber müder und unausgeglichen sind. Viele Kinder benötigen dann tagsüber eine bewusste Ruhezeit, in der auch ältere Kinder plötzlich wieder tagsüber schlafen. Üben Sie aber bitte keinen Druck aus, dass sie schlafen müssen. Für einige Kinder reicht es auch, wenn sie sich mit einem Buch, einer Kindermusik oder ähnlichem ausruhen.

Die Abende sind für die Kinder durchaus aufregend – lange aufbleiben, wie sonst nur Mama oder Papa. Nutzen Sie die gewonnene Zeit für Aktivitäten: spät auf den Spielplatz gehen, Nachtwanderung, Lagerfeuer, im Garten grillen,….

Dieses besondere Programm vermittelt den Kindern, dass diese Zeit speziell ist – nicht alltäglich und das erleichtert die Umstellung am Ende der Ferien.

Der Weg zurück

Die größte Sorge von Eltern ist, dass Kinder die Umstellung zum „Schulrhythmus“ nicht mehr schaffen würden. Es gibt ja auch so Empfehlungen wie nicht mehr als 30 Minuten vom eigentlichen Rhythmus abzuweichen, weil es Kinder sonst verwirren würde. Naht das Ferienende, so kann man einfach stückweise die Schlafenszeit wieder nach vorne verschieben – die Tage werden ja zum September hin, bzw. im Laufe des Septembers auch wieder kürzer. Der frühere Sonnenuntergang macht auch früheres Einschlafen wieder leichter. Gerade wenn dann die Schule wieder angefangen hat, sind Kinder oftmals von den neuen Eindrücken und Anforderungen, die tagsüber auf sie warten, so und so müder und finden wieder in ihren alten Rhythmus zurück.

 

Foto: Maresa Gallauner