Erziehungsfragen - Blog

Kindersorgen ernst nehmen…..

Von julia am 31/01/2018 - 09:18
Kind

Gerade wenn der Terminkalender voll ist und man die Tage gut planen muss, damit sich halbwegs alles unter einen Hut bringen lässt, geschieht es oft, dass Familienmitglieder sich nicht wirklich zuhören. Gerade Kinder leiden darunter, wenn sie das Gefühl haben nicht verstanden zu werden.

Klagen und jammern

Gerade wenn Kinder in einer Phase der rasanten Entwicklung stecken, drücken sie ihr Unbehagen und ihre Verunsicherung durch häufiges Klagen und Jammern aus. Man scheint ihnen nichts recht machen zu können, auch beliebte Spiele sind plötzlich nicht angesagt, es wechseln sich Bauchweh, Ohrenschmerzen und Kopfschmerzen ab. Gerade körperliche Reaktionen (z.B. Schmerzen) sind für Eltern sehr schwer einzuordnen – ist das Kind wirklich krank oder steckt etwas anderes dahinter?

Zuschauen, zuhören, reden

Versuchen Sie nicht vorschnell Schmerzen herunterzuspielen. Gerade bei jüngeren Kindern sind „Bauchschmerzen“ sehr unterschiedlich zu bewerten. Jüngere Kinder reagieren oft mit Bauchschmerzen, bei Erwachsenen sind es eher Kopfschmerzen. Bevor Sie übereilt den Arzt aufsuchen oder dem Kind sagen „da ist nichts“, beobachten Sie Ihr Kind für mindestens einen halben Tag:

  • Wann kommen die Klagen?
  • Wie spielt mein Kind?
  • Wie ist sein Essverhalten?
  • Worüber spricht mein Kind?

Zeigt das Kind kein verändertes Verhalten und wirkt auch sonst nicht krank (glasige Augen,….), dann ist es besonders wichtig genau zuzuhören:

  • Worüber klagt das Kind?
  • Welche Worte benutzt es?
  • Kommt es immer in den selben Situationen vor?
  • Wiederholt es sich (z.B. alle paar Tage oder Wochen)?

Gerade wenn die selben Klagen immer wieder kommen, ist es sinnvoll herauszufinden, was das Kind bedrückt bzw. welche körperliche Ursache die Schmerzen haben können.

Haben Sie ein offenes Ohr für Ihr Kind. Gerade wenn körperliche Reaktionen aufgrund von Stress oder entwicklungsbedingt ausgelöst werden, hilft es dem Kind am meisten, wenn es Bestätigung erfährt zu Hause willkommen zu sein und ernst genommen zu werden – auch wenn dann z.B. die gefundene Ursache für Sie „lächerlich“ erscheint, für Ihr Kind war es eine belastende Sorge.

 

Foto: U.S. Fotografie CC BY-ND 2.0