Gastbeitrag: Schenken Sie sich und Ihren Kindern Zukunft!

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Gastbeitrag: Schenken Sie sich und Ihren Kindern Zukunft!

Von julia am 28/10/2021 - 09:01
Zukunft

Kennen Sie ähnliche Situationen? Es ist Wochenende: Endlich Zeit für besondere Unternehmungen mit der Familie. Für den Nachmittag haben Sie einen Ausflug in den Zoo geplant. Bereits nach dem Frühstück fragen die Kinder, wann es endlich in den Zoo geht. Sie antworten: „Das machen wir nachher.“ Die Kinder sind für kurze Zeit zufrieden, dann fragen Sie allerdings erneut. Sie antworten: „Das machen wir noch, später. Ihr müsst noch etwas warten.“ Bis zum Mittagessen wiederholt sich die Situation regelmäßig und Ihre Vorfreude auf den gemeinsamen Ausflug verringert sich zunehmend.

In der Sprache liegt die Kraft!

Lassen Sie uns diese Situation unter sprachlichen Aspekten anschauen. Wir richten unseren Blick zunächst auf die Grammatik. Im genannten Beispiel nutzt der Sprecher in seinen Antwortsätzen an die Kinder jeweils die Gegenwartsform. „Das machen wir (nachher).“ Dies ist eine im Alltag übliche Aussage. Jedoch liegt der Zoobesuch in der Zukunft. In der grammatikalischen Zukunftsform, dem Futur, heißt der Satz: „Heute nach dem Mittagessen werden wir in den Zoo gehen.“

Probieren Sie es aus: Sprechen Sie einmal beide Sätze hintereinander. Hören sich die Sätze gleich an? Was kommt bei Ihnen an? Was sind Ihre Gedanken? Welchen Reaktionsimpuls haben Sie?

Schenken Sie sich und Ihren Kindern Zukunft. Im Alltag wenden wir häufig ausschließlich die Gegenwartsform an. „Am Montag kommt meine Schwiegermutter zu Besuch.“ „In drei Jahren gehe ich in den Ruhestand.“ „Mein Patentkind heiratet nächstes Jahr.“

Entdecken Sie das Futur für sich neu! Mit dem Futur geben wir uns und unseren Kindern auch eine grammatikalische Ordnung: Wir bringen die Aussage dorthin, wo sie hingehört - in die Gegenwart oder in die Zukunft.

Wir können unsere Nachricht noch mit den 3 A (entnommen aus dem Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationskonzept) ergänzen: Die drei A stehen für das Ansprechen mit dem Namen, für Anschauen und für einen kurzen Atemzug Pause, bevor wir weiter sprechen. „Daniel - wir werden heute Nachmittag in den Zoo gehen.“

Wie wirkt dieser Satz nun auf Sie?

Mit einer achtsamen Kommunikation richten wir unsere Aufmerksamkeit auf unseren Gesprächspartner. Er fühlt sich wahrgenommen und wertgeschätzt. Der Satz wirkt in beide Richtungen. Beide Gesprächspartner fühlen sich miteinander verbunden. Auch werden Sie merken, dass Ihnen diese sprachliche Alternative innere Ruhe bringt.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und gutes Gelingen beim Entdecken der Zukunft!

 

Markus Schulte-Hötzel

 

 

 

 

 

 

 

Autor:

Markus Schulte-Hötzel, Lehr-Logopäde, Lingva Eterna Sprach- und Kommunikationsberater und Individualpsychologischer Berater. www.schulte-hoetzel.de