Die eigenen Grenzen kennen lernen
Für Kinder ist es wesentlich, dass sie von Anfang an sich und ihren Körper kennen lernen dürfen. Sie brauchen Gelegenheiten zur freien Bewegung und zum freien Spiel. So entwicklen sich nicht nur die motorischen, sozialen und sprachlichen Fähigkeiten, sondern Kinder erfahren auch, wo ihre Grenzen liegen – auch wenn das zu Frust führen kann.
Aus dieser Perspektive kennen viele das Thema „Grenzen erfahren“. Ich möchte heute gerne einmal die Perspektive wechseln. Wird ein Baby in eine Familie geboren, so fängt für alle Beteiligten ein neues Leben an. Auch Erwachsene müssen erst in die Aufgabe als Eltern hineinwachsen. Auch für sie ist alles neu.
Es ist ein Prozess im Eltern-Werden herauszufinde, wo die eigenen Grenzen liegen. Erlebt man als Elternteil, dass man an seine Grenzen gekommen ist, so führt das auch oft zu Frust. Es ist nun wichtig, dass man für sich Wege findet, mit diesem Frust umzugehen. Dafür ist es notwendig, dass man herausfindet, welche Grenzen man hat: Wo sind meine wunden Punkte? Was treibt mich in den Wahnsinn? Bin ich eher der Schmusetyp oder der wildere, aktivere Elternteil? Welche Spiele liegen mir einfach nicht? Wann muss ich mich überwinden etwas zu tun? Wenn man all diese Fragen nach und nach für sich abklärt, dann fällt es einem leichter in den betreffenden Situationen seinem Kind authentisch zu begegnen. Kinder akzeptieren nämlich persönliche Grenzen zumeist sehr gut, wogegen sie gegen künstliche Regelkataloge oft ankämpfen.
Foto: Maresa Gallauner