Erziehungsfragen - Blog

Den Kindern eine Stimme geben!

Von julia am 21/02/2018 - 08:44
seifenblasen

Immer wieder gerät man als Elternteil in Situationen, in denen man nicht so genau weiß, was das beste für sein Kind ist. Oftmals vertraut man dann auf Ratschläge und Meinungen von Experten, z.B. von Kinderärzten. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen die ärztliche Meinung und die Ansicht der Eltern nicht übereinstimmen. Zu beobachten ist das oft im Bereich der motorischen Entwicklung: Drehe ich mein Kind auf den Bauch oder warte ich, bis es sich selbst drehen kann? Ziehe ich es in den Sitz und in den Stand? Gehe ich mit meinem Kind an den Händen?

Babys können noch nicht für sich einstehen

Je jünger ein Kind ist, desto mehr benötigt es Eltern, die ihm eine Stimme geben. Die für es einstehen und ihm damit eventuell Entwicklungszeit schenken. Zu beobachten ist nämlich, dass Kinderärzte sich vermehrt an der unteren Normkurve orientieren und sehr frühzeitig Druck machen, falls ein Baby sich noch nicht drehen sollte, noch nicht den Kopf heben kann, usw. Dabei sind gerade bei der motorischen Entwicklung die Zeitfenster der Norm sehr groß.

Auch Kinder benötigen noch oft unsere Stimme

Sind sich Eltern klar in ihrer Haltung, dann haben sie auch oft die Stärke für ihr Kind einzustehen, auch wenn Experten anderes raten. Diese Fälle hören nicht mit den motorischen Meilensteinen auf, sondern begleiten Kinder oft durch die gesamte Kindergarten- und Schulzeit: Wann sollte ein Kind Kopffüßler malen? Wann sollte die Stiftführung korrekt sein? Muss ein Kindergartenkind schon mit einer Schere schneiden können? Wann sollte ein Kind logische Reihen erkennen oder ergänzen können? Für jeden Entwicklungsbereich gibt es Normen und es gilt abzuwägen, wann Handlungsbedarf besteht und wann das Kind einfach noch Zeit benötigt.

Das Selbstvertrauen stärken

Kinder, die erleben, dass Eltern ihnen den Rücken stärken bekommen die Rückmeldung, dass es jemanden gibt, der für sie da sind. Sie lernen zu vertrauen und so auch Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu erlangen. Das erhöht ihren Selbstwert und stärkt ihr Selbstvertrauen.

Hilfe suchen, wenn sie notwendig ist

Natürlich gilt es immer abzuwägen, wann tatsächlich Handlungsbedarf besteht, also Entwicklungsverzögerungen wirklich vorliegen und das Kind professioneller Hilfe bedarf. Ist man sich als Elternteil unsicher, ob eine Entwicklung nur langsam verläuft, aber innerhalb der Norm liegt, oder ob eine tatsächliche Verzögerung der Entwicklung mit Abklärungsbedarf vorliegt, ist es ratsam eine zweite Meinung einzuholen.

 

Foto: Maresa Gallauner