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Buchtipp: Mein Monster Ich von Catarina Knüvener

Von julia am 08/01/2019 - 08:41
Bücher

Catarina Knüvener hat ein Buch „über die kleinen Alltags-Schrecken“ geschrieben und illustriert. Das Buch ist im Dezember 2019 im Mabuse-Verlag erschienen.

Monster Ich Cover
Quelle: www.mabuse-verlag.de

 

Catarina Knüvener

Mein Monster-Ich

Über die kleinen Alltags-Schrecken

48 Seiten

Mabuse 2019

ISBN: 9783863214180

 

 

Mein Monster-Ich ist keine klassische Geschichte, die von der ersten bis zur letzten Seite gelesen werden muss, um einen Sinn zu ergeben. Dafür ist das Buch mit stolzen 48 Seiten auch fast zu umfangreich. Auf jeder Doppelseite wird ein Gefühl dargestellt – in der Form von Monstern: die schlechte Laune, das Schüchtern, das Frech, der Schreck, der Wüterich, usw.

Die Texte sind für Kinder ab dem Grundschulalter interessant. Richtig geeignet finde ich es für Kinder von 8-12 Jahren. Da die verwendete Sprache nicht ganz einfach ist, eignet es sich weniger als reines Vorlesebuch, sondern ist fast wie ein Nachschlagewerk, das situationsabhängig herangezogen werden kann, um ein bestimmtes Gefühl zu erarbeiten. Der Aufbau ist dabei immer gleich: das Gefühl wir benannt, umschrieben und dann gibt es Tipps, wie man das Monster auch wieder verschwinden lassen kann. Außerdem befindet sich auf jeder Doppelseite eine Illustration zu dem jeweiligen Gefühl.

Forscher/Forscherin der eigenen Gefühle werden

Die letzten Buchseiten laden das Kind ein selbst kreativ zu werden. Es wird aufgefordert Monster zu malen, zu beschreiben, selbst zu überlegen, welche Monster es noch geben könnte. So kann das Monster-Ich wirklich zu einem individuellen Werk für das jeweilige Kind werden.

Kritzelbilder als Grundlage für Illustrationen

Die Illustrationen sind aus Kinderbildern (Kritzelbildern) ihrer Söhne entstanden, die farbigen Hintergründe sind ebenfalls Kinderbilder. Das macht die Illustrationen von Stil her interessant und sprechen Kinder in dieser Form meist auch an.

Ein Fachbuch über die Gefühlswelt

Der Aufbau des Buchs mit Vorwort und Inhaltsverzeichnis, das die Monster kategorisiert (Lustige Monster, laute Monster, Monster, die immer etwas zu futtern brauchen und leise Monster) erinnert eher an ein Fachbuch. Das wird auch dadurch verstärkt, dass in der direkten Ansprache an Eltern und Kinder, im Rahmen des Vorworts, erzählt wird, dass die Monster nach jahrelanger Forschungsarbeit entdeckt wurden. In Verbindung mit den frei zu gestaltenden Seiten am Ende des Buchs werden die Kinder somit eingeladen auch Forscher und Forscherinnen ihrer Gefühle zu werden. Kinder bekommen somit einfacher Bezug zu ihren Gefühlen und vor allem bekommen sie Begriffe für ihre Stimmungen und Gefühle, was es oft einfacher macht mit ihnen umzugehen.

Wie fühlen sich Kinder?

Die Texte sind aber auch für Erwachsene sehr interessant, um besser verstehen zu können, was in Kindern vorgehen kann, wenn sie das eine oder andere Gefühl verspüren. Die Texte laden ein über Gefühle zu sprechen. So kann man auch mit Kindern ins Gespräch kommen, die vielleicht nicht offen über ihre Gefühle sprechen können (z.B. weil sie schüchtern sind).

Keine klassische Kindergeschichte, aber....

Mein Monster-Ich ist somit zwar kein klassisches Vorlesebuch, bzw. keine klassische Kindergeschichte, aber ein gelungenes Werk, um mit älteren Kindern über ihre Gefühle und den Umgang mit Gefühlen ins Gespräch zu kommen.

 

Foto: Maresa Gallauner